Pressestimmen


Vom Schweinchen an der Glücksmaschine

Hilde Zielinski erzählt Geschichten mit einem "Taschenkino" - Vorlesen in der Schulzeit gehasst - 16.07.2009

 

HOLLFELD - Wenn Hilde Zielinski ihre schwarze Künstlermappe auspackt, kommen fröhliche Aquarelle zum Vorschein. Eine "Taschenkinolesung" zeigt die Autorin am Samstag in Forchheim.

 

Hilde Zielinskis Bilder erzählen die Geschichte des kringelschwanzlosen Glücksschweinchens Eddi und des Schutzengelbärs Josef. Die beiden wohnen im Himmel und machen Menschen glücklich. Dazu werden die Menschen an einer Glücksschaltzentrale "verdrahtet" und lernen sich so zufällig kennen. Die erste Mission von Eddi und Josef: Anni und Heinrich sind in Not. Ausgerechnet jetzt hakt die Technik, der rettende Zufall stellt sich nicht ein.

 

Die charmante Geschichte von Eddi und Josef bringt Zielinski den Kindern als "Taschenkino" näher, als multimediale Lesung zum Einpacken. Während die Autorin liest, werden die fantasievollen, farbenprächtigen Aquarelle über Beamer auf eine Leinwand projiziert, dazu laufen Ton und Musik. Die Idee dazu kam der Zeichnerin und Filmemacherin im letzten Jahr: "Mit Malen und Schreiben geht das Geschichtenerzählen leichter."

 

Das Leben als Zick-Zack-Linie

 

Zielinski, die sich selbst nicht als "Leseratte" bezeichnet, sieht "wahnsinnig gern" Bücher mit vielen Bildern und Filme wie "Amélie" oder "Cyrano de Bergerac" an. Bei letzterem reizt sie die Poesie: in knappesten Worten die Welt zu beschreiben. In ihrem engen Fachwerkhaus in Hollfeld, wo sie auch ihr Atelier hat, hängen auch viele handgeschöpfte Papierstücke mit Gedichten an den Wänden.

 

Die Lesung über Eddi und Josef handelt von Mobbing, Angst und Armut - Dinge, die Zielinski selbst erfahren musste. Der Zufall, wie er in der Geschichte passiert, spielte in ihrer Laufbahn aber keine große Rolle. "Es gab nie einen einschneidenden Wendepunkt", sagt sie. Ihr Leben gleiche eher "einer Zick-Zack-Linie."

 

Zielinski wurde in einem Dorf nahe Trier 1956 in eine arme Familie mit vier Kindern geboren. Sie ging nur widerwillig in den Kindergarten; die Schule war ihr ein Graus. Weil sie in Stresssituationen ein wenig stottert, hatte sie vor dem Vorlesen Angst. "Im Fremdsprachenunterricht bin ich oft heulend hinausgerannt und gar nicht mehr zur Schule gegangen." Es gab aber auch schöne Momente: In der fünften Klasse inszenierte sie ihr erstes Theater - von der Verkleidung über die Bühnen-Deko bis zur Aufführung.

 

Nach dem Abi studierte sie Sozialarbeit. Während der Praktika im Jugendknast, im Kinderdorf und der Psychiatrie entdeckte sie ihre Liebe zu Kindern, aber auch ihre Abneigung vor Hierarchien: "Ich lebte in wilder Ehe, also war die Kirche als Arbeitgeber ungeeignet. Und die Strukturen der Behörden waren mir zu hierarchisch." Also entschied sich Zielinski für ein ungebundenes Leben: Sie arbeitete etwa als Kinderfrau, Küchenhilfe, Bäckerin, Floristin, Fließbandarbeiterin und Akt-Modell an Kunstakademien.

 

Kunst statt Maloche

 

1986 ging sie nach Kalifornien, wo sie in einen Kunstverein aufgenommen wurde. Nach ihrer Rückkehr studierte sie in Erlangen Theaterwissenschaft und Märchenpädagogik. Sie lernte ihren späteren Ehegatten, den Kameramann Peter Zielinski, kennen, und arbeitete als Assistentin für ihn. 1990 war sie Mitgründerin der "Drehbuchwerkstatt Nürnberg". Später gewann sie diverse Auszeichnungen.

 

Eine Dokumentation über das Stottern ist ihr aktuelles Projekt, das zugleich das letzte sein soll. "Das kündigt sie bei jedem Film an", sagt Ehemann Peter - ihr "kritischster Zuhörer" - schmunzelnd. Zielinski will sich wieder verstärkt der Malerei widmen. "Filmen ist Maloche, und außerdem kräht doch kein Hahn danach."

 

Der Fränkische Theatersommer lädt am Samstag, 18. Juli, um 15 Uhr zu Hilde Zielinskis Taschenkinolesung in den Pfarrsaal in der Georg-Büttel-Straße in Forchheim-Reuth ein. 

 

PETRA SORGE

Nordbayerische Nachrichten, 16.07.2009

Zum Glück verdrahtet

Hilde Zielinski: Buch voll Poesie, Fantasie und Realität - 23.07.2009

 

Manche Kinderbücher unterhalten nur, andere haben noch mehr oder weniger versteckte Hintergedanken zu bieten. So wie "Die Geschichte von Eddi und Josef" von Hilde Zielinski.

 

Bei einer Taschenkino-Lesung im Pfarrsaal in Forchheim-Reuth gibt die Autorin Hilde Zielinski aus Hollfeld einen vielstimmigen Einblick in die Welt der Glücksschweine und Schutzengelbären. Und blickt dabei auf die Frage, was Glück ist und wie es entsteht. Ein Schweinchen und ein Bär sind in der Fantasie der Schriftstellerin dafür verantwortlich, dass sich die Lebenswege der Menschen kreuzen.

 

Sympathische Gestalten

 

Aus Milliarden von Geschichten sucht das ungleiche Duo die "richtigen" Partner aus, die miteinander glücklich sein können. Dass bei dieser "Verdrahtung" auch so manches schief gehen kann, macht das himmlische Unterfangen nur umso sympathischer. So wie bei Heinrich und Anni, denen es mit ihrem Staubsauger-Fachgeschäft wirtschaftlich nicht besonders geht. Auch solche sperrigen Themen jenseits der Märchenidylle finden den Weg zwischen die Buchdeckel.

 

Und weil es doch "gute Menschen geben muss"; lassen sich Eddi und Josef auch nicht davon abbringen, vom Himmel aus die Probleme zu lösen, denen sich die ohnmächtigen Menschen gegenüber sehen. So wie das Mädchen Hubertine, die auf dem Schulweg immer vom frechen Paul gemobbt wird. Der Lebensalltag heutiger Kinder und Jugendlicher bricht immer wieder in eine ansonsten fast fabelhafte Erzählung ein, die vom ersten Satz an in den Bann schlägt.

 

Ein Erlebnis für alle Sinne ist Hilde Zielinskis Taschenkino, mit dem ihr Ehemann Peter Zielinski die Aquarelle aus dem Buch per Beamer an die Wand wirft. So können die Zuhörer den Zeichnungen und Texten folgen, ohne eine einzige Seite umzublättern.

 

Manchmal erkennt man viel zu spät, dass das Glück einem sehr nahe ist. Aber nur, wenn Eddi und Josef in der Glücksschaltzentrale eine Nachtschicht einlegen und Engel Rüdiger als Schutzengel der langhaarigen Männer und Musiker auf seinem Motorrad hinzukommt.

 

Es ist eine kluge Erzählung über die Mühen des Glückes, ein Plädoyer für den Zufall, und das in einer Welt, die von vorne bis hinten durchgeplant scheint. Ob die Geschichte ein gutes Ende nimmt, soll hier nicht verraten werden. Nur soviel sei gesagt: Am Ende wird auch der bisher so unbeliebte Paul noch "verdrahtet". Das Glück macht eben vor niemandem Halt.

 

UDO GÜLDNER 

Nordbayerische Nachrichten, 23.07.2009

Schweinchen Eddi und Bär Josef "verdrahten das Glück"

Hilde Zielinski hat nach sieben Jahren ihr erstes Kinderbuch geschafft: Janosch-Herzlichkeit mit fröhlichem Kino-Klang - 12.03.2009

 

PEGNITZ - Sie ist zwar Filmemacherin, malt aber gern. Schon seit Jahren lässt Hilde Zielinski ihre Tür im alten Haus mitten in Hollfeld offen, damit Schulkinder vorbeikommen können und in ihr Atelier spähen. Oft finden sie dort das Schweinchen Eddi und den kleinen Bär Josef auf den Leinwänden. Jetzt hat Hilde Zielinski aus diesen zwei Figuren ein Kinderbuch gemacht - und stellte es gestern bei den «WortSpielen» im Bürgerhaus vor. Als kleines Kino. Sie las aus dem Buch und dazu strahlte ein Beamer ihre Zeichnungen, schöne Musik und gepfefferte Geräusche an die Wand.

 

 

In diesem ersten Kinderbuch von Hilde Zielinski, 52, geht es um zwei kleine Tiere im Himmel, die dort frisch angekommen sind und einen ersten Job haben: Sie sollen unter den sechs Milliarden Menschen auf der Erde jene "mit Glück verdrahten", die arm sind oder bedroht. Prompt entdecken sie einen Staubsaugerhändler und seine Frau, die in Not sind: "Ihr Laden läuft immer schlechter, weil alle nur noch Superstaubsauger mit Super-Turbodüsen in Supermärkten superbillig kaufen wollen."

 

Dieses Paar verbinden sie nach einigen Hindernissen mit Lebensglück - von Hilde Zielinski vor fast 70 Kindern mit wechselnden Stimmen und viel Schauspielkunst vorgetragen.

 

Das Besondere in der etwas verschachtelten Geschichte sind ihr Witz und ihr Realismus, die sich ohne «Schmarrn» rasch und freudig entfalten. Hilde Zielinski übernimmt damit etwas, was englische Autoren so anziehend macht: den herzlichen Humor.

 

Die Hollfelderin arbeitete sieben Jahre an der Geschichte. "Ich habe sie um- und umgeschrieben und für die Kinder total reduziert." Dann begann sie zu bebildern. Dabei orientierte sich Hilde Zielinski sehr an den Aquarellen von Janosch. Auch seine Art des Erzählens hatte sie schon übernommen. "Ich bin eine große Verehrerin von ihm", sagt Hilde Zielinski. "Als seine Bücher aufkamen, war ich 20. Wir haben sie uns damals auf Feten vorgelesen."

 

Sie liebt seinen Malstil, der viele Illustratoren aufatmen ließ und befreite, weil es ihm nie um Genauigkeit ging, sondern um das Zeigen von Herz. "Das Wesentliche ist das Innen-Drin", sagt auch Hilde Zielinski.

Sie malte einfach los, "damit die Kinder das Gefühl haben: Da hat sich jemand bemüht, es irgendwie hinzukriegen, damit sie sich die Geschichte vorstellen können."

 

Bevor sie das Buch in Druck gab, las Hilde Zielinski ihre Geschichte von Eddi und Josef vielen, vielen Kindern vor, auch in der Grundschule von Hollfeld. "Da war schnell klar: Es funktioniert. Weil die Kinder klatschten und darum baten, es nochmal zu lesen. Sie blieben dran bis zum Schluss."

 

Der Grund dafür ist die große "Äktschn" in dieser himmlischen Geschichte, wo Freude und Trauer wechseln, wo der Himmel erklärt wird und die Fernmeldetechnik des "Verdrahtens". "Ich hab mir gedacht, das könnte die Jungs interessieren. Es kommt aus meiner Filmarbeit, da muss man auch für Bild und Ton Stecker setzen und schau’n, 'dass die Strecke funkt'."

 

Wenn Hilde Zielinski zum Vorlesen geht, spielt sie noch knisterndes Feuer, quietschende Reifen und zwitschernde Meisen per Video dazu. "Ich wollte immer ein ganz großes Kino haben. So habe ich mir ein kleines Taschenkino selber gebastelt."

 

Interessant ist, dass sie und ihr Mann Peter keine Kinder haben. Trotzdem besteht die Sehnsucht nach Kindern, angeregt durch ein Jahr im Kindergarten gleich nach dem Abitur, durch die Hilfe in einem Kinderdorf und ein Praktikum in der Jugendvollzugsanstalt. "Ich hätte selber gern eine große Familie gehabt, aber es ist mir nicht beschert worden."

 

Ihr erstes Kinderbuch, dem bald "Die Bachprinzessin" zu ihrem "Märchenwaldweg" bei Mengersdorf folgt und ein zweiter Eddie-Band, erschien im eigenen Verlag AsaNisiMasa. Dieser Name hat eine besondere Geschichte. Denn der italienische Regisseur Frederico Fellini hat in seinem Film "Achteinhalb" eine "wunderschöne Szene", so Hilde Zielinski, "wo er sich an seine Kindheit erinnert". Dort werden Kinder am Abend in einem Zuber gebadet, ins Bett gebracht und verfolgen dann das Schattenspiel von Kerzen an der Wand. Ein Mädchen denkt sich dazu einen Zauberspruch aus: "AsaNisiMasa!" "Darüber gibt es viele Interpretationen", lächelt sie. "Eine sagt: Es ist ein Spiel mit dem lateinischen Wort 'anima', Seele." Drum hat ihr Verlag auch den Untertitel: ". . .und die Seele geht auf!" 

 

THOMAS KNAUBER

Nordbayerische Nachrichten, 12.03.2009

Literatur

Die Geschichte von Eddi und Josef

Als Künstlerin und Autorin ist Hilde Zielinski aus Hollfeld keine Unbekannte, hat sie doch für den Kinder-Märchen-Erlebnisweg bei Mengersdorf das Märchen "Die Bachprinzessin" geschrieben und illustriert.

 

… "Die Geschichte von Eddi und Josef ist nicht eine Art frohe Botschaft aus der heilen Welt des Himmels. Die beiden Hauptfiguren müssen sich ganz bodenständig um handfeste Probleme von Kindern und Menschen kümmern – um Armut, Mobbing und Gewalt an Schulen. Entworfen werden unerwartete Lösungen, denn das Glück ist schwer zu bekommen", erklärt Hilde Zielinski. Letztlich wird aber dafür gesorgt, dass alles gut ausgeht.

 

Hilde Zielinski stammt ursprünglich aus Kell am See im Hunsrück. Bis sie in die Fränkische Schweiz nach Hollfeld kam – sie bewohnt zusammen mit ihrem Mann Peter das herrlich restaurierte "Lorenzenhäusla" am Steinweg – durchlief sie in ihrem Leben etliche Stationen: Von Trier über Aachen, Köln, Freiburg, Nürnberg und sogar nach San Diego in Kalifornien führte ihr Weg. Sie studierte Theaterwissenschaft und Neuere Deutschen Literaturwissenschaft, arbeitete als Kameraassistentin und holte als Filmemacherin internationale Preise. Seit über 20 Jahren malt sie Bilder. "Die Arbeit mit Kindern und mit Märchen liegt mir im Blut." 

 

Beamer-Show

 

Neben dem gedruckten Exemplar bietet die Autorin ihr neues Kinderbuch auch als "Hildes Taschenkino-Lesung" in Schulen und Kindergärten an. Per Beamer kann man dabei die Welt von Eddi und Josef auf einer großen Leinwand sehen. Dazu liest Hilde Zielinski 45 Minuten live. …

Pressestimmen
Lesung zu den Wortspielen in Pegnitz 2009

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